Im Notfall
Stand: Oktober 2026 · nach Angaben von 116117.de, gesund.bund.de und der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg
Faustregel: Besteht Lebensgefahr oder droht ein bleibender Schaden, wählen Sie die 112. Sind die Beschwerden dringend, können aber nicht bis zu unserer nächsten Sprechstunde warten, wählen Sie die 116117.
112 oder 116117?
112 sofort anrufen
- Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, plötzliche Verwirrtheit
- Atemnot oder Erstickungsgefahr
- Starke Schmerzen in Brust, Oberbauch oder Rücken, oft mit kaltem Schweiß oder Übelkeit (Verdacht auf Herzinfarkt)
- Plötzliche Lähmung oder Taubheit, hängender Mundwinkel, Sprach- oder Sehstörung (Verdacht auf Schlaganfall)
- Schwere Verletzungen, starke Blutungen, großflächige Verbrennungen
- Heftige allergische Reaktion mit Schwellung im Gesicht oder Atemnot
- Vergiftung mit Bewusstseins- oder Atemstörung
116117 Praxis geschlossen
- Hohes Fieber oder ein Infekt, der nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten kann
- Starke Hals-, Ohren- oder Nebenhöhlenschmerzen
- Magen-Darm-Infekt mit anhaltendem Erbrechen oder Durchfall
- Schmerzen beim Wasserlassen, etwa bei einer Blasenentzündung
- Plötzliche Rücken- oder Gelenkschmerzen, zum Beispiel ein Hexenschuss
- Ein Migräneanfall, bei dem Ihre gewohnten Mittel nicht helfen
So hilft Ihnen die 116117
- Rund um die Uhr erreichbar, ohne Vorwahl, der Anruf ist kostenfrei.
- Am Telefon wird geklärt, wie dringend Ihre Beschwerden sind und wo Sie die passende Hilfe bekommen: in einer Bereitschaftspraxis, durch einen Hausbesuch, wenn er medizinisch notwendig ist, oder bei Gefahr über den Rettungsdienst.
- Mit dem Patienten-Navi auf 116117.de schätzen Sie Ihre Beschwerden online selbst ein und erhalten eine Empfehlung, wie dringend und wo Sie sich behandeln lassen sollten. Eine Diagnose stellt es nicht.
- Die App „116117“ (iOS und Android) zeigt geöffnete Praxen in Ihrer Nähe.
- Für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen bietet 116117.de einen Chat und Informationen in Gebärdensprache.
Auch ohne akute Beschwerden hilft die 116117: Der Terminservice vermittelt gesetzlich Versicherten Termine bei Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten.
Bereitschaftsdienst in Brandenburg
Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg organisiert den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu diesen Zeiten:
| Montag, Dienstag, Donnerstag | 19 Uhr bis 7 Uhr am Folgetag |
|---|---|
| Mittwoch, Freitag | 13 Uhr bis 7 Uhr am Folgetag |
| Wochenende | Samstag 7 Uhr bis Montag 7 Uhr |
| Feiertage | 7 Uhr bis 7 Uhr am folgenden Werktag |
Bereitschaftspraxis in unserer Nähe
im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
Albert-Schweitzer-Straße 40–44, 14974 Ludwigsfelde
Die aktuellen Öffnungszeiten dieser und weiterer Bereitschaftspraxen erfahren Sie unter der 116117 oder in der Suche auf 116117.de.
Für Kinder
Den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst gibt es unter anderem in Potsdam und zusätzlich als Videosprechstunde. Erreichbar ist er über die 116117: mittwochs und freitags von 14 bis 19 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 19 Uhr.
Kosten und was Sie mitbringen
- Der Bereitschaftsdienst behandelt gesetzlich und privat Versicherte. Für gesetzlich Versicherte rechnet er mit der Krankenkasse ab, privat Versicherte erhalten eine Rechnung.
- Bitte mitbringen: Ihre Gesundheitskarte, eine Liste oder Ihren Plan der Medikamente, die Sie nehmen, und wichtige Befunde.
Notaufnahme im Krankenhaus
Die Notaufnahme ist für Notfälle da, die sofort im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das nächstgelegene Krankenhaus mit Notaufnahme ist das KMG Klinikum Luckenwalde, Saarstraße 1, 14943 Luckenwalde. Bei Lebensgefahr fahren Sie bitte nicht selbst, sondern rufen die 112.
Der Notruf 112
Die 112 erreichen Sie kostenfrei und ohne Vorwahl, vom Festnetz und vom Handy, auch ohne Guthaben, und in allen Ländern der Europäischen Union. Bitte nutzen Sie sie nur im Notfall: Jeder unnötige Anruf bindet Kräfte, die anderswo dringend gebraucht werden.
Die 5 W-Fragen
- Wo ist es passiert? Ort, Straße, Hausnummer
- Was ist passiert?
- Wie viele Menschen sind betroffen?
- Welche Verletzungen oder Beschwerden gibt es?
- Warten Sie auf Rückfragen. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet.
Bis Hilfe eintrifft
- Bleiben Sie bei der betroffenen Person und leisten Sie Erste Hilfe, so gut Sie können. Die Leitstelle kann Sie am Telefon anleiten, zum Beispiel bei der Herzdruckmassage.
- Schalten Sie nachts die Außenbeleuchtung ein. Wenn möglich, wartet jemand an der Straße und weist den Rettungsdienst ein.
- Legen Sie Gesundheitskarte und Medikamentenliste bereit.
Wenn Sprechen nicht möglich ist
Mit der kostenlosen Notruf-App nora alarmieren Sie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei schriftlich, Ihr Standort wird dabei übermittelt. Für Menschen mit Hör- oder Sprachbehinderung gibt es außerdem das Notruf-Fax 112.
Weitere wichtige Nummern
| Polizei | 110 |
|---|---|
| Giftnotruf Berlin-Brandenburg | 030 19240, rund um die Uhr |
| Apotheken-Notdienst | 0800 00 22833 vom Festnetz (kostenfrei), 22833 vom Handy (bis 69 Cent pro Minute) oder auf aponet.de |
| Zahnärztlicher Notdienst | Die 116117 ist dafür nicht zuständig. Die Notdienste der Länder finden Sie in der Übersicht auf 116117.de. |
| Telefonseelsorge | 116 123, rund um die Uhr, kostenfrei |
| Nummer gegen Kummer (Kinder und Jugendliche) | 116 111 |
| Elterntelefon | 0800 111 0 550 |
Während unserer Sprechzeiten
Mit akuten Beschwerden kommen Sie in unsere Akutsprechstunde: innerhalb der Sprechzeiten täglich von 08:00 bis 10:00 Uhr, ohne Termin. Telefonisch erreichen Sie uns unter (03371) 6955012-1.
Quellen: 116117.de (Kassenärztliche Bundesvereinigung), gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit), kvbb.de (Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg). Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Auskünfte unter 116117.
